Welche Firmen sind Insolvent

Die Unternehmen, die zahlungsunfähig sind

Gemessen an der Anzahl der Unternehmen in Deutschland gehen die meisten Unternehmen im Land Bremen in die Insolvenz. Aber bedeutet Insolvenz wirklich, dass die Belegschaft gehen muss? Seit wann kann sie ihr Gehalt im Falle der Auflösung des Unternehmens erwarten? Die Duracher EMS-Gesellschaft SRI hat beim Amtsgericht Kempten den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.

Insolvenzen: Fuenf Prozentpunkte mehr Unternehmen beantragen Konkurs

In der Schweiz liefen zwischen Jänner und Jänner 2017 2429 Firmen das Aus. Das bedeutet, dass fünf Prozentpunkte mehr Firmen in die Insolvenz gegangen sind als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Parallel dazu wurden weitere Firmengründungen durchgeführt. Nach Angaben des Wirtschaftsinformationsunternehmens Bisnode D&B stiegen die Unternehmensinsolvenzen am deutlichsten im Espace Mittelland (+19 Prozent) und in der Innerschweiz (+17 Prozent).

Die Insolvenzzahlen haben auch in der Nordwestschweiz und im Kanton Wallis zugenommen. Die Zahlen stagnierten in der Westschweiz und gingen in der Westschweiz und in Zürich zurück. Aber auch die im ersten Halbjahr im Firmenbuch eingetragene Unternehmenszahl stieg um vier Prozentpunkte. In der Schweiz wurden von Unternehmern 21'915 neue Unternehmen gegründet.

Einzig im Kanton Wallis und in der Westschweiz ist die Zahl der Start-ups im Vorjahresvergleich leicht gesunken.

Weitere schweizerische Unternehmen gehen in Konkurs

Gemäss der Studie ist das größte Insolvenzrisiko die Bauwirtschaft, die rund 2,7 mal mehr Zahlungsunfähigkeiten aufweist als der Schweizer Durchschnittswert. Andererseits sind in den Bereichen Gesundheitswesen, Immobilien und Beteiligungen nur sehr wenige Zahlungsunfähigkeiten aufgetreten. Inzwischen wurden im Monat September 3.612 Start-ups verzeichnet, was einem leichten Anstieg von einem Prozentpunkt entspricht.

In diesem Jahr gab es nur noch 102 weitere Unternehmen: Von Jänner bis Okt. meldeten die Unternehmen 35.582 neue Unternehmen im Firmenbuch an.

Restrukturierungsfonds Konkursplanung Insolvenzplan

Zahlungsunfähigkeit bedeutet nicht Konkurs. Aber viele Insolvenzverwaltern ziehen es vor, marode Betriebe zu tilgen, anstatt sie zu restrukturieren. Dies ist besonders in der aktuellen Krise, in der die Zahl der Zahlungsunfähigkeiten wieder zunimmt, tödlich. Das Beispiel von Sinn-Leffers verdeutlicht, dass es einen anderen Weg gibt. Die insolventen Modeketten Sinn-Leffers könnten in wenigen Tagen wieder ein ganz gewöhnliches Haus sein.

Von diesem Tag an ist der Zahlungsplan rechtsverbindlich und das Zahlungsunfähigkeitsverfahren ist in Rekordzeit beendet - in rund acht Monate nach Stellung des Zahlungsantrags. Sinn-Leffers ist gerade in Krisenzeiten ein Paradebeispiel dafür, dass Insolvenzen nicht zwangsläufig das Ende eines Unternehmens bedeuten. Das, was Opel gerade als Horrorszenario an die Mauer malt, war für Sinn-Leffers eine Gelegenheit, rasch wieder auf die Füße zu kommen.

In einem so genannte Konkursplanverfahren in der Selbstverwaltung wurde der Händler in Hagen aufgefüllt. Das, was wie Bürokratie aussieht, bedeutet nichts anderes: Das Management bleibt an Board, und Detlef Specovius von der Firma Schälzer & Braun, ein ausgewiesener insolvenzsicherer Experte aus der Sozietät, wird an ihrer Stelle zur Verfügung gestanden. Gemeinsam mit dem Konkursverwalter Horst Piepenburg entwickelte das Management einen Zahlungsplan.

In einem solchen Programm wird unter anderem geregelt, wie das Geschäft weitergeführt werden kann und wie die Kreditgeber ihr Kapital erhalten. Trotzdem werden in Deutschland immer noch zu viele Gesellschaften von den Konkursverwaltern abgewickelt und nicht reorganisiert. Dabei steht die Umstrukturierung mit dem seit 1999 in Kraft befindlichen neuen Insolvenzgesetz kurz vor der Zerstörung.

Der dafür geplante insolvenzplanmäßige Ablauf wird von den Verwaltern kaum angewendet, wie die aktuellen Kennzahlen der Kreditanstalt Creditreform im "Mittelstandsmonitor 2009" zeigen: Prognosen zufolge gab es im vergangenen Jahr rund 29.800 Unternehmensinsolvenzen in Deutschland. Allerdings wurde nur für 640 Betriebe ein Konkursplan aufgestellt - 2,15 Prozentpunkte der Zeit. Auch zehn Jahre nach Inkrafttreten des neuen Insolvenzgesetzes bleibt der Prozentsatz der Restrukturierungsmaßnahmen weit unter den Erwartungen: Der gesetzgeberische Rahmen hatte eine Rate von fünf bis zehn Prozentpunkten erwartet.

Insolvenzanwalt Hans Haarmeyer macht die Konkursverwalter und insbesondere die Justiz verantwortlich. "Die Gesetze sind gut, aber Gerichtshöfe und Konkursverwalter haben nicht die betriebswirtschaftlichen Qualifikationen", sagt er. "Wenn es in Deutschland 1000 weniger Konkursverwalter geben würde, hätten wir ein viel besseres professionelles Niveau", sagt die Wissenschaftlerin. Das betont Peter Kranzusch, Zahlungsunfähigkeitsexperte am Bonner Instituts für Mittelstandsforschung: "Zehn Jahre nach der Gesetzesänderung fehlt vielen Administratoren noch die nötige Praxis.

Lediglich zehn bis 20 Prozentpunkte der Insolvenzverwaltern haben jemals den Versuch unternommen, einen Zahlungsplan auszustellen. Darüber hinaus bedeutet ein solcher Entwurf für die Insolvenzverwaltung wesentlich mehr Aufwand als seine Zerstörung. Häufig müssen die Insolvenzverwaltern neben einer sorgfältigen Unternehmensanalyse zuerst die Gläubiger überzeugen. Allerdings sind die dafür vorgesehenen wirtschaftlichen Fördermittel nach Ansicht der Fachleute viel zu gering.

Deshalb plädiert Haareyer für eine tiefgreifende Neuregelung des Vergütungsgesetzes. Für dieses Jahr rechnet Creditreform mit einem starken Zuwachs der Firmenpleiten auf bis zu 35.000. "Ich fürchte, dass deutlich mehr restrukturierungsfähige Betriebe abgewickelt werden", sagt Haareyer. In Zeiten der Krise sind die Restrukturierungsmaßnahmen für jedes einzelne Untenehmen noch umständlicher. Doch auch die für die Ernennung der Verwaltungsräte zuständigen Gerichte stehen Haareyer sehr kritisch gegenüber.

Die Kreditgeber haben in der Regel auch keinen Einfluß darauf, wer ihnen als Konkursverwalter zur Verfügung gestellt wird. Auf die Frage, wer in Deutschland als Konkursverwalter tätig sein darf, wird nicht weiter eingegangen. Das Insolvenzrecht sieht nur vor, dass die beauftragten Stellen selbständig und für den Einzelfall angemessen sein müssen. Über wen dies geschieht, entscheiden die zuständigen Konkursrichter am örtlichen Gericht.

Für Haarmeyer besteht hier dringender Handlungs- und Gestaltungsbedarf seitens des Gesetzes. Die Wahl des Konkursverwalters wird so zu einer Schicksalsangelegenheit für die Betriebe. Sinn-Leffers, der Modeeinzelhändler, hatte großes Vergnügen. Neben Horst Piepenburg kam ein erfahrener Mann hinzu, der bereits in das Konkursverfahren von Borsig und der Drogeriemarktkette Ihr plätz.

Beides gilt als Musterbeispiel für eine erfolgreiche Restrukturierung in der Konkurs. Folgende Regelsätze wurden festgelegt: Der Verein der Konkursverwalter akzeptiert nur eingeschränkt Vorwürfe an die eigene Gilde. Siegfried Beck, Vorsitzender des Verbandes, erkennt die Gründe vor allem in den Betrieben selbst: "Meiner Meinung nach kann das schattige Bestehen des Konkursplanverfahrens weder durch die harte Leistung noch durch den Mangel an wirtschaftlichen Fördermitteln gerechtfertigt werden.

"Die Hauptursache dafür ist, dass die Firmen viel zu spat die Zahlungsunfähigkeit beantragen würden, in der Regel nur, wenn die Mittel erschöpft sind. Haareyer erkennt auch das Problemfeld. Insolvenzen sind nach wie vor ein soziales Makel und werden nicht als Gelegenheit genug angesehen. Sinn-Leffers war anders. Mit der Deutschen Industrie-Holding (DIH) hat der Kapitalgeber des Konzerns früh die Weichen gestellt und Konkurs angemeldet, als es noch nicht akute Probleme gab.

Allerdings war es unter dem Gesichtspunkt des Insolvenzrechts einfacher, sich von Erblasten zu lösen. Sinn-Leffers konnte so die laufenden Verträge zeitnah beenden. Darüber hinaus ermöglicht das Konkursrecht eine raschere Entlassung der Mitarbeiter. Dementsprechend gravierend waren die Kürzungen bei Sinn-Leffers: 1200 Stellen wurden abgebaut, 22 von 47 Märkten wurden geschlossen.

Im Gegenzug sicherte das Management zu, dass die restlichen 2500 Arbeitsplätze sichergestellt sind und das Unternehmen nun gut für die kommenden Jahre vorbereitet ist. Auch für den Konkursverwalter Piepenburg ist Sinn-Leffers "ein Vorbild für weitere Restrukturierungsfälle in der aktuellen Wirtschaftskrise".

Die Datenerhebung beim Kreditantrag erfolgt durch: smava GmbH Kopernikusstr. 35 10243 Berlin E-Mail: info@smava.de Internet: www.smava.de Hotline: 0800 - 0700 620 (Servicezeiten: Mo-Fr 8-20 Uhr, Sa 10-15 Uhr) Fax: 0180 5 700 621 (0,14 €/Min aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 €/Min) Vertretungsberechtigte Geschäftsführer: Alexander Artopé (Gründer), Eckart Vierkant (Gründer), Sebastian Bielski Verantwortlicher für journalistisch-redaktionelle Inhalte gem. § 55 II RStV: Alexander Artopé Datenschutzbeauftragter: Thorsten Feldmann, L.L.M. Registergericht: Amtsgericht Charlottenburg, Berlin Registernummer: HRB 97913 Umsatzsteuer-ID: DE244228123 Impressum